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Schmetterlingsleben

Vom lokalen Naturschutzprojekt zu globalen Aspekten einer Bildung für eine nachhaltige Entwicklung - Ein Unterrichtsprojekt

Datum

2006 - 2007

Ort

Neustadt an der Weinstraße

Dauer

2 Jahre

Teilnehmerzahl

50

Initiiert von

Heinz-Sielmann-Schule, Grundschule West in Neustadt an der Weinstraße

Ansprechpartner

Hans-JoachimSchatz
Heinz-Sielmann-Schule, Grundschule West, Ludwigstraße 30
67433 Neustadt an der Weinstraße,
Tel. 06321/937181 

Ziel

Anlage und Pflege eines Schmetterlingsgartens, Sensibilisierung für den Schutz heimischer Falter

Ablauf

  1. Ein Schmetterlingsgarten entsteht,
  2. Pflege des Gartens,
  3. Besuch von zahlreichen Faltern,
  4. Begegnung mit einem heimischen Schmetterlingszüchter,
  5. Schmetterlinge in tropischen Ländern,
  6. Besuch des Schmetterlingsgartens auf Schloss Sayn,
  7. Luftfracht mit Schmetterlingspuppen aus Costa Rica,
  8. Aufenthalt im Schmetterlingsgarten,
  9. Rückkehr zum lokalen Naturschutzprojekt und Präsentationen

 

1. Ein Schmetterlingsgarten entsteht

Ein älterer Herr und ehemaliger Schüler dieser Schule stellte als Dauerleihgabe ein
Grundstück zur Verfügung, welches aber relativ weit von der Schule entfernt liegt
und völlig verbuscht war. Eine Nutzung als „normaler“ Schulgarten ist schwer mög-lich und so entstand die Idee, hier einen Schmetterlingsgarten einzurichten. Diese
Ankündigung fand bei den Schülerinnen und Schülern derbeiden vierten Klassen
große Zustimmung und löste Freude aus. Ineiner Projektbesprechung wurde den
Kindern deutlich, dass der Schmetterlingsgarten aber nur bei der Beteiligung von
vielen Klassen und der Mithilfe von Erwachsenen, von Eltern und anderen Personen,
würde angelegt werden können.Folgende Schwierigkeiten wurden genannt:

  • Das Gartengrundstückliegt von der Schuleweit entfernt. Der einfache Fußweg beträgt 30 Minuten.
  • Wasser ist nicht vorhanden.
  • Die Schule besitzt keine Gartengeräte.
  • Die vorgesehene Bodenfläche istvon Brombeerhecken vollständig überwuchert.
  • Ein Schmetterlingsgarten bedarf einer ständigen Pflege.

In einer umfassenden Planungsphase unterbreiteten die Kinder konkrete Vorschläge zur Durchführung desProjekts.
Rechtzeitig zum Beginn der praktischen Arbeiten konnte die Schule auch die erfor-derlichen Schaufeln, Rechen, Spaten, Hacken, Gießkannen, Handschuhe und Sche-ren anschaffen. In mehreren Arbeitseinsätzen schnitten Schülerinnen und Schüler der vierten Klassen im März und April 2006 die Zweige der Brombeersträucher auf Bodenhöhe zurück. An zwei Wochenenden im Mai gruben Eltern die Wurzelstöcke aus. Sie gruben die zubepflanzende Fläche um, säuberten und ebneten sie.
Bei der Auswahl, demKauf und der Anlieferung der Pflanzen waruns Herr Vogel, ein
Gartenexperte des DienstleistungszentrumsLändlicher Raum Rheinpfalz, behilflich.
Die Pflanzaktion am 30. Mai 2006 fand in feierlichem Rahmen statt. Nach einem ge-meinsamen Lied trugen zweiSchülerinnen einen einstimmenden Text vor und die
Schulelternsprecherin dankte Schülerinnen/Schülern und Eltern für die bisher geleis-tete Arbeit. Anschließend erläuterte Herr Vogel den Kindern, wieman die Pflanzen aus ihren Töpfchen herausholtohne Muttererde zu verlieren und gab Anleitungen zum richtigen Pflanzen und Gießen.
109 Schmetterlingspflanzen aus 17 verschiedenen Arten wurden an diesem Tag ge-setzt.

2. Pflege des Gartens
In den folgenden Wochen trugen die Klassen 2 bis 4 zum Gedeihen der Pflanzen bei. Die Kinder jäteten den Garten und versorgten die Pflanzen ausreichend mit Wasser. Bei ihren Arbeitseinsätzen erhielten sie Anleitungen zum richtigen Gebrauch der Gar-tengeräte. Da eine anhaltende Trockenperiode einsetzte, gestaltete sich die Wasser-versorgung zunehmend schwieriger. Im Abstand von wenigen Tagen, mitunter auch täglich, beförderten Lehrerinnen und Lehrer die notwendige Wassermenge in 10-Liter-Kanistern in Fahrzeugen zum Gartengrundstück. Der Initiativedes Vaters einer Schülerin ist es zu verdanken, dass diese umständliche wieZeit raubende Wasser-versorgungbald eingestellt wurde. Er besorgte bei der BASF in Ludwigshafen einen 1000 Liter fassenden Wassertank und beförderteihn mit einem Anhänger in unser Grundstück. Weitere Unterstützung erhielten wir von der Stadt Neustadt. Sie gestat-tete der Feuerwehr den Tank nach Bedarf aufzufüllen. Zur Freude der Kinder began-nen die ersten Pflanzen zu blühen, auch einige Falter sowie zahlreiche Hummeln und Bienen wurden gesichtet. Lehrkräfte und Eltern pflegten den Garten während der Ferienzeit.

3. Besuch von zahlreichen Faltern
Nach den Sommerferien, mit Beginn des Schuljahres 2006/07, setzten Schülerinnen und Schüler der neuen vierten Klassen das Projekt fort. Sie versahen die Pflanzen mit Namensschildern und erfuhren durch Rechercheaufträge, dass diese, u. a. Wil-der Majoran, Lavendel, Thymian,Scheinsonnenhut, auch für den Menschen von Be-deutung sind (Gewürz, Duftstoffe, Parfüm, Seife, Heilwirkung).
Wie vor den Sommerferien so lockten auch im September bei hochsommerlichen Temperaturen die Blüten zahlreiche Falteran. Die Kinder beobachteten bei ihren Arbeitseinsätzen und Lehrwanderungen wie Pfauenauge, Kohlweißling,C-Falter, die Goldene Acht, Admiral und Zitronenfalter die Blüten von Katzenminze, Lavendel,
Sommerflieder, Echinacea u. a. aus der Luft ansteuern, sich darauf niederlassen und Nektar saugen. Sie stellten fest, dass manche Falter nur bestimmte Pflanzen aufsu-chen und andere meiden, und sie machten so die Erfahrung, dass die Speisezettel der Falter verschieden sind. Sie lernten Schmetterlinge nicht über audio-visuelle Me-dien, sondern in derNatur, in ihren Lebensräumen kennen. Sie klärten die Bedeu-tung der Namen und lernten ähnlich aussehende Schmetterlinge (Zitronenfalter, Gol-dene Acht) voneinander zu unterscheiden. Die Begegnung mit einem Tauben-schwänzchen, das wie ein Kolibri, in der Luft stehend, mit seinem langen Rüssel Nektar am Sommerflieder saugt, wurde für die Schülerinnen und Schüler der Klasse 4 b zu einem besonderen Erlebnis. Den Kindern wurde bewusst, dass Schmetterlin-ge, Hummeln und Bienen nun dauerhaft, auch in den nächsten Jahren, in unserem Garten Nahrung finden werden.

4. Begegnung mit einem heimischen Schmetterlingszüchter

Im September 2006 besuchte der ehemalige Rektor der Schule, Herr Armin Loeb, die beiden vierten Klassen. Mit ihm lernten die Kinder einen Schmetterlingsfreund und engagierten Naturschützer kennen, der es sich zum Ziel gesetzt hat, durch per-sönliches Engagement für die Erhaltung des gefährdeten Schwalbenschwanzes seit nunmehr 30 Jahren durch eigene Aufzucht beizutragen.
In einem seiner mitgebrachten, selbst gefertigten Aufzuchtkästen entdeckten die Kinder Raupen, Puppen und Nahrungspflanzen. Im Frühjahr 2007 brachte Herr Loeb einen Kasten mit einigen Schmetterlingspuppen in die Schule. Den ersten geschlüpf-ten Falter konnten beide Klassen aus nächster Nähe im Schulhof, auf dem Asphalt-boden und auf der Hand einesSchülersbeobachten.Einen weiteren geschlüpften Schwalbenschwanz setzten sie bei einem Arbeitseinsatz im Schmetterlingsgarten an den Blättern der Katzenminze aus.

5. Schmetterlinge in tropischen Ländern

Im Unterricht und durch Recherche im Internet und in Fachliteratur wurde erarbeitet, dass Schmetterlinge nicht nur in Deutschland und anderen europäischen Ländern, sondern weltweit in allen Erdteilen, vor allem in tropischen Ländern, verbreitet sind.
Nach der Lokalisierung der Tropen auf Globus und Weltkarte lernten die Schülerin-nen und Schüler die dort herrschenden klimatischen Bedingungen kennen. Farbdias zeigten ihnen

  • tropische Schmetterlinge in freier Natur,in Regenwaldregionen Mittelamerikas (u. a. blauer Morphofalter, Bananenfalter),
  • abgeholzte Regenwaldgebiete,
  • auf diesen Flächen angelegte Bananen-, Baumwoll-, Zuckerrohr-Kaffeeplantagen und Weideflächen.

Die Schülerinnen und Schülerstellten fest, dass

  • viele tropische Falterwesentlichgrößerals unsere heimischen Falter sind und meist eine farbenprächtigere Musterung aufweisen,
  • ihre Lebensräume durch das Abbrennen von Regenwäldern und die Ausbreitung von Monokulturen (der Begriff wurde vorgegeben) vernichtet werden und sie, wie unsere heimischen Falter, in ihrer Existenzstark gefährdet sind.

Betroffen zeigten sich die Schülerinnen und Schüler, als sie erfuhren, dass viele tro-pische Falter gefangen, getötetund als Erinnerungsstücke verkauft und häufig wider-rechtlich trotz Androhung hoher Geldstrafen in andere Länder eingeführt werden. Ein Glasrahmen mit präparierten tropischen Faltern aus Malaysia, der im Flughafen Frankfurt vom Zoll beschlagnahmt worden war, diente der Dokumentation.

6. Besuch des Schmetterlingsgartens auf Schloss Sayn
Im Unterricht erfuhren die Kinder, dass man lebende tropische Falterauch in Deutschland, in eigenserrichteten Schmetterlingsgärten bewundern kann.
Mehrere Schülerinnen und Schüler hatten mit ihren Eltern schon vor Beginn unseres Projekts den Schmetterlingsgarten im Luisenpark in Mannheim besucht und schilder-ten ihre Eindrücke. Der Projektleiter zeigteeinige Diasvom Garten der Schmetterlin-ge auf Schloss Sayn. Er informierte über den Versand von Puppen aus Mittelamerika und die Arbeit dortiger Schmetterlingszüchter. Diese Vorinformationen sollten die Kinder auf die Tagesfahrt neugierig machen.
In einem Brief an die Begründerin des Schmetterlingsgartens, Fürstin Gabriela zu Sayn-Wittgenstein-Sayn, hatten die Schülerinnen und Schülerden Wunsch nach ei-ner persönlichen Begegnung mit ihr ausgesprochen und für ihren Besuch auf Schloss Sayn am 20. März eine positive Antwort erhalten.
In der Vorhalle des Schmetterlingsgartensinformierten sie über den bisherigen Ver-lauf ihres Schmetterlingsprojekts. Sie zeigten Aufnahmen von der Entstehung und Pflege des schuleigenen Schmetterlingsgartens und zahlreiche Farbfotos von blü-henden Pflanzen mit Faltern, und die Fürstin berichtete von der Gründung ihresSchmetterlingsgartensvor 20 Jahren.

7. Luftfracht mit Schmetterlingspuppen aus Costa Rica
Diplom-Biologin Gerlinde Blaese demonstrierte anschließend dasÖffnen eines Sty-roporbehälters, der eine neue Lieferung von circa 300 Puppen tropischer Falter aus
Costa Rica enthielt. Nach einer Überprüfung durch Frau Blaese und ihre Mitarbeiter wurden die Puppen mit Stecknadeln am Faden desPuppenendstücks oder an einem dort aufgeklebten Papierstückchen auf einer Styroporfläche befestigt. Ausführlich berichtete die Biologin über die Arbeit der circa 100 Züchterfamilien in Costa Rica, die den Schmetterlingsgarten auf Schloss Sayn beliefern. Diese tragen durch ihre Schmetterlingsfarmen zur Erhaltung der Falter ihrer Heimat bei, da stets nur ein Teil der Puppen in das Ausland verkauft wird und die restlichen Falter für die Weiterzucht im Inland verwendet werden. Die Schülerinnen und Schüler erfuhren, dass viele dieser Menschen früher als Plantagenarbeiter tätig waren und nur sehr wenig Geld ver-dienten. Seit sie Schmetterlinge züchten und die Puppen insAusland verkaufen, ha-ben sich ihre Lebensbedingungen deutlich verbessert. Einige Familien konnten sich von ihrem Verdienst sogar ein kleines Steinhäuschen bauen.
Frau Blaeseerwähntezudem, dass dieseFamilien inCosta Ricamit Liebe, Fürsorge und Verantwortung für werdendes Leben ihre Tätigkeit als Schmetterlingszüchter ausüben.

8. Aufenthalt im Schmetterlingsgarten
Unmittelbarnach dem Betreten des Schmetterlingsgartens fühlten sich die Kinder beim Anblick der üppig wuchernden Pflanzenvielfalt, kleiner Bäche und Teiche in eine tropische Regenwaldlandschaft versetzt. Sie erlebten die tropische Temperatur, Schwüle und extrem hohe Luftfeuchtigkeit, von der sie im Unterricht gehört hatten, am eigenen Körper. Konsequent hielten sie bei ihrem Rundgang dieRegeln ein, die Frau Blaese mit ihnen besprochen hatte: Nichtlärmen, Falter nicht anfassen, beim Gehen immer auf den Boden schauen, da sichFalter auch dort niederlassen.
Ständig sahen sich die Kinder von Schmetterlingen umgeben. Sie beobachteten sie bei der Nahrungsaufnahme an Blüten oder ausgelegten tropischen Früchten, im Flug, bei Ruhepausen undstaunten über die Größe von Morpho- und Bananenfalter.
Große Aufregung herrschte, als einige Schülerinnen und Schüler zwei Falter bei der Paarung entdeckten. Auch Kinder, die sich im Unterricht meist nur über einen kurzen Zeitraum hinweg konzentrieren können, verweilten lange vor einzelnen Schmetterlin-gen und freuten sich an ihrer farbenprächtigen Musterung. Häufig eilten Kinder zu Mitschülern oder zu Klassenleiterinnen und Eltern, um ihre Beobachtungen mitzutei-len. Vor dem großen Schlupfkasten wurden sie Zeugen, als ein Falter schlüpfte. Für Heiterkeit sorgten Schmetterlinge, die sich gelegentlich auf Kopf, Arm oder der Hand eines Kindes niederließen und einige Zeit darauf verweilten. So bestimmten Freude, Staunen und Bewunderung den etwa einstündigen Aufenthalt und zahlreiche Schüle-rinnen und Schüler zeigten sich so begeistert, dass sie gerne noch länger geblieben wären oder den Schmetterlingsgarten vor der Rückfahrt am liebsten noch ein zweites Mal besucht hätten.

9. Rückkehr zum lokalen Naturschutzprojekt und Präsentationen
Die Pflege des Schmetterlingsgartens wurde von den vierten Klassen bis zum Be-ginn der Sommerferien fortgesetzt. Neue Falterarten waren zu Gast, u. a. Dukaten-falter und Kaisermantel. Im Unterricht vertieften die Schülerinnen und Schüler ihre Kenntnisse in Partner- und Gruppenarbeit anhand themenbezogener Arbeitsblätter, beschafften sich zusätzliche Informationen, illustrierten ihre Sachtexte undgestalte-ten ihr Schmetterlingsbüchlein.
Zwölf Kinder der Schreib-AG, einer Fördergruppe von Kindern mit besonderen Leis-tungen imschriftlichen Gestalten, erstellten einen 30-minütigen Lichtbildervortrag über das Projekt. Diesen präsentierten sie an einem Freitagabend Eltern und an mehreren Wochentagen allen Klassen der Schule. Außerdem wurde dieser Diavortrag an einem Sonntagnachmittag in einem Seniorenheim gezeigt und von 52 alten Menschen besucht.
Mit diesen Präsentationen endete das Projekt wenige Tage vor Beginn der Sommer-ferien.

Der soziale Aspektdes Projektes zeigt sich in der großen Anzahl beteiligter Perso-nen, mehrerer Einrichtungen, Institutionen und außerschulischer Partner:
Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer, Eltern, Herr Jörg-Peter Keppler, der als ehemaliger Schüler das Gartengrundstück als Dauerleihgabe zur Verfügung stellte, die Stadt Neustadt, die über die Stadtgärtnerei Arbeitsgeräte auslieh und durch die Feuerwehr, die die Wasserversorgung sicherte, das Dienstleistungszent-rum Ländlicher Raum, das bei der Planung und Durchführung des Projekts durch Berufsschullehrer Eckart Vogel behilflich war und die Arbeit begleitete, das Pädago-gische Zentrum Rheinland-Pfalz,das die Finanzierung der Pflanzen ermöglicht hatte, Rektor i. R. Armin Loeb, der über seine Arbeit als Schwalbenschwanzzüchter infor-mierte und Schwalbenschwanzpuppen überbrachte, Fürstin Gabriela zuSayn-Wittgenstein-Sayn und Diplom-Biologin GerlindeBlaesedurch ihre umfassenden In-formationen über den Garten tropischer Schmetterlinge, das Ehepaar Keck,das mit einer großzügigen Geldspende die Fahrt zum Schmetterlingsgarten ermöglichte, Herr Mark Hörstermann (Bund für Umwelt- und Naturschutz), der eine Liste mit be-sonders gefährdeten Schmetterlingsarten zusandte.

Das Beispiel im Hinblick auf eine Bildung für nachhaltige Entwicklung
Durch das Projekt konnten folgende Teilkompetenzen angebahnt werden:

  • Weltoffen und neue Perspektiven integrierend Wissen aufbauen
    (Z. B.durch das Kennenlernen tropischer Landschaften und Tiere, durch das Wis-sen um die weltweite Gefährdung von Schmetterlingen,durchdie Kenntnis von Schutzmaßnahmen fürSchmetterlinge sowohl hier, als auch in tropischen Ländern)
  • Vorausschauend denken und handeln
    (Z. B. durch die Erkenntnis, dass die fortschreitende Vernichtung von Lebensräu-men der Schmetterlinge deren Gefährdung verstärkt und dassman dem entge-genwirken kann durch die Schaffung und den Schutz geeigneter Biotope hier und weltweit)
  • Interdisziplinär Erkenntnisse gewinnen und handeln
    Dies ergab sich durch den Einbezug der meisten Unterrichtsfächer und die prakti-sche Arbeit im Garten.
  • Gemeinsam mit anderen planen und handeln können
    Dies wurde erreicht durch Planungsphasen in Partner- und Gruppenarbeit und mit außerschulischen Partnern (durch Anlegen und Pflege des Schmetterlingsgartens, durch Erarbeitung von Fragen zuGesprächen,durch Ausarbeitung eines Lichtbil-dervortrags und das Gestalten von Plakaten über Schmetterlinge).
  • Andere motivieren können aktiv zu werden
    Sechs Schülerinnen und Schülererhielten auf Wunsch Listen mit Schmetterlings-pflanzen, die sie mit ihren Eltern in einerGroßgärtnerei besorgten und in ihren Gär-ten setzten. Zahlreiche Kinder luden Eltern, Freunde und Bekannte zu Spazier-gängen zu ihrem Schmetterlingsgarten ein und empfahlen den Besuch desGar-tens der Schmetterlinge auf Schloss Sayn. Eine Schülerin beteiligte sich mit ihren Eltern an einer Schmetterlingszählung des BUND.
  • Empathie und Solidarität für Benachteiligte, Arme, Schwache und Unterdrückte
    Die Schülerinnen und Schüler lernten inWort und Bild die harten Lebensbedin-gungen von Plantagenarbeitern in Mittel-und Südamerika kennen. Sie nahmen Anteil und empfanden Zufriedenheit, als sie erfuhren, dass manche von ihnen alsSchmetterlingszüchter ihre Lebensverhältnisse deutlich verbessern konnten.
  • Sich motivieren können, aktiv zu werden
    Zahlreiche Schülerinnen und Schüler berichteten von Spaziergängen, bei denensie Schmetterlinge beobachtet und gezählthatten. Einige Kinder brachten Raupen mit in die Schule, die gemeinsam bestimmt wurden. Ein Mädchen fotografierte ei-nen Admiral und zeigte ihre Aufnahme in beiden Klassen.
    Vier Schüler baten um die Anschrift einerFirma, die lebende Raupen desDistelfal-ters aus England verschickt.

Auf die Frage „Bist du währenddes Projektsaktiv geworden oder willst dueinmal
aktiv werden?“ antworteten Kinder:
Ich will selbst einen Schmetterlingsgarten anlegen (häufige Aussage).

Einzelaussagen:

  • Ich habe einen Kohlweißling gesehen, der durch unseren Garten flog.
  • Ich habe in unserem Garten viele Zitronenfalter gesehen.
  • Wenn ich wandern gehe, zähle ich mit meiner Freundin die Schmetterlinge.
  • Ich habe alles, was wir gelernt haben, meinen Eltern erzählt.
  • Ich habe im Computer über Schmetterlinge vieles erfahren.
  • Ich setze mich für Schmetterlinge ein und gründe einen Garten.
  • Ich will michfür Schmetterlinge einsetzen und sie retten.
  • Ich möchte vielleicht Biologin werden und mich für die Natur einsetzen.

Grundsätze der Erd-Charta, die in diesem Unterrichtsprojekt nicht expliziert formuliert
aber tangiert werden:
I. 1a; I. 2a; I. 4b; II. 5a; II. 5b; II. 5c;

Hilfsmittel

Gartengrundstück, Schaufeln, Rechen, Spaten, Hacken, Gießkannen, Handschuhe, Scheren, 109 Schmetterlingspflanzen aus 17 verschiedenen Arten (Wilder Majoran, Lavendel, Tymian, Scheinsonnenhut, etc.), Arbeitsblätter

 

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