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Mit dem Impuls stellen wir Themen vor, die uns mit Bezug zu den Grundsätzen der Erd-Charta und zu einer nachhaltigen Lebensweise, im Kleinen und im Großen, begegnen. Dabei spannen wir einen weiten und bunten Bogen ... mit eindrucksvollen Erfolgsgeschichten, kreativen Ideen und inspirierenden Perspektiven, originellen Alltagstipps, und vielem mehr …

Impuls Dezember 2017


Sustainable Development Goals (SDGs) für Menschenwürde

Rede von Heiko Lietz zum Tag der Menschenrechte am 9.12. 2017 in Schwerin

Liebe Weggefährtinnen und Weggefährten, vor 2 Jahren haben sich die Vereinten Nationen auf ihrer jährlich stattfindenden Generalversammlung in New York entschlossen, diese Welt endlich von Armut und Not zu befreien. Sie haben in der Agenda 2030 mit 17 sehr weitreichenden Zielen einen Plan entwickelt, um das Zusammenleben zwischen Menschen und Völkern sowie im Zusammenleben mit der Natur auf ein höheres Niveau zu heben. Sie haben sind entschlossen, Armut und Hunger zu beenden, damit alle Menschen ihre Möglichkeiten in Würde und Gleichheit entfalten können. Eine wesentliche Voraussetzung dafür ist, dass die universellen Menschenrechte eingehalten und geschützt werden.

Auf dieser gemeinsamen Reise aus der bedrohten Gegenwart in eine bessere Zukunft wollen die Vereinten Nationen  niemanden zurücklassen. Sie sind sich dessen bewusst, dass bei diesem Unternehmen die Würde des Menschen von grundlegender Bedeutung ist. Eine große Vision soll ihnen dabei als Leitstern dienen.

In dieser Vision sehen sie eine Welt vor sich, die frei von Armut und Hunger, Furcht und Gewalt  ist, in der die Menschenwürde und die Menschenrechte geachtet werden,
eine Welt,
  • in der jeder gleichen Zugang zu hochwertiger Bildung hat,
  • in der es unter den Menschen gerecht, fair, tolerant, offen und sozial zugeht,
  • in der die Rassen, die ethnische Zugehörigkeit und die kulturelle Vielfalt geachtet werden und
  • in der es menschenwürdige Arbeit für alle gibt.
Visionen habe in der Geschichte der Menschheit schon immer eine große Rolle gespielt. Sie haben den Menschen in ihrer Resignation neue Hoffnung gegeben und ihnen Mut gemacht, verkrustete Verhältnisse zum Tanzen zu bringen, damit das Leben wieder besser gelingen kann.
Wir brauchen bei den Beispielen gar nicht so weit in die Geschichte zurückzublicken. Im Herbst 1989 hatten wir auch eine Vision, als wir in der friedlichen Revolution auf die Straße gegangen sind. Für Demokratie und Menschenrechte  haben wir gekämpft. Im vereinten Deutschland blieb uns die Demokratie erhalten, die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Menschenrechte  als einklagbare Grundrechte sind uns bis heute vorenthalten worden. Das betrifft insbesondere das Recht auf soziale Sicherheit, das Recht auf Arbeit und gleichen Lohn, und das Recht auf Bildung. Das sind aber völlig unzureichende Voraussetzungen, um im Agenda 2030-Prozess der Vereinten Nationen wirklich mithalten zu können.

Statt dessen erleben wir eine immer größere Kluft zwischen arm und reich, Haben Menschen im Niedriglohnbereich oder als Arbeitslose kaum eine Chance, da jemals wieder rauszukommen.
Selbst Menschen in etwas gesicherteren Einkommensverhältnissen wissen nie, wie lange dieser Zustand anhält. Siemens lässt grüßen. Wenn sie arbeitslos werden, droht ihnen nach kurzer Zeit schon Hartz IV und damit der soziale Absturz.

Wieverhält es sich mit Kindern, die aus einkommensarmen Verhältnissen kommen? Ihre Bildungschancen sind gegenüber Kindern aus einkommensstärkeren Familien von vorneherein massiv eingeschränkt. Und diese Ungerechtigkeit ist strukturell bedingt. Die Armen haben in den Entscheidungsebenen kaum Fürsprecher. Die Mehrheit der Wählerinnen und Wähler hat an einer grundlegenden  Veränderung erkennbar kein Interesse. Sonst würden diese Wahlergebnisse nicht zustande kommen.

Was bleibt also übrig von den großen Verpflichtungen, zu denen sich die Deutsche Regierung mit ihrer Unterschrift 2015 unter die Agenda 2030 festgelegt hatte?

Was bleibt mit der Vision, dass auch für die Bedürfnisse der Schwächsten gesorgt wird und dass es menschenwürdige Arbeit für alle gibt?

Ich glaube, dass es an der Zeit ist, den Bremsern und Blockierern  dieser Vision etwas auf die Sprünge zu helfen. Das betrifft sehr viele  leitende Manager  in den Konzernen und Banken genauso wie viele Politiker in den staatstragenden Parteien, und nicht nur dort. Es steht zu viel auf dem Spiel, als dass wir ihnen unsere Zukunft  alleine überlassen dürfen.

Lasst uns deswegen gemeinsam überlegen,  was  wir ganz konkret auch  in unserer Stadt zukünftig dazu beitragen können, um zu dieser globalen Vision unseren bescheidenen Beitrag zu leisten.


 

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