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Juli 2012

Guerilla Gardening

Meist wirkt sie im Dunkeln, ihre Schlachtfelder sind Verkehrsinseln, ungepflegte Böschungen und schäbige Mauern: die Garten-Guerilla. Ihr Einsatz gilt der Gemeinschaft und ist meist politisch. Mit Blumen-Graffiti, Samenbomben und Erdbeeren auf Verkehrsinseln interveniert sie im öffentlichen Raum, verwandeln brachliegende städtische Parzellen in blühende Oasen. In Metropolen wie New York, London und Berlin machen die Gärtner ohne Garten schon seit einigen Jahren von sich reden. Doch auch vielen mittelgroßen Städten in Deutschland bilden sich zurzeit Gruppen, die die Verschönerung ihrer tristen Innenstädte und politischen Protest gegen graue Gleichmacherei zum Ziel haben.


Ausgehend von Großbritannien hat Guerilla Gardening in den vergangenen Jahren als neue Protestform immer mehr an Popularität gewonnen. Zunächst war die heimliche Aussaat von Pflanzen dabei ein subtiles Mittel politischen Protests und zivilen Ungehorsams im öffentlichen Raum auszudrücken. Eine der bekanntesten politischen Guerilla Gardening Aktionen war, als sich am 1. Mai 2000 in London Globalisierungskritiker, Anarchisten und Umweltaktivisten auf einer Rasenfläche direkt auf dem verkehrsreichen Parliament Square trafen, um bewaffnet mit  Spaten, Gartengeräten, Muttererde und Setzlingen „die Straßen zurückzuerobern“ und dabei den Platz umgruben, um ihn anschließend zu bepflanzen.  Mittlerweile hat sich Guerilla Gardening zum urbanen Gärtnern weiterentwickelt und verbindet mit dem Protest den Nutzen einer Ernte beziehungsweise einer Verschönerung trister Innenstädte durch Begrünung brachliegender Flächen.


Die meisten Guerilla-Gärtner vermeiden die offene Konfrontation und bevorzugen abgelegene und unzugängliche Standorte oder nehmen ihre Aktionen bevorzugt heimlich durch „Überraschungspflanzungen“ vor. Für die heimlichen Aussaaten an belebten Plätzen oder schwer zugänglichen Orten werden zumeist Samenbomben genutzt.  Dies sind kleine Kügelchen aus Ton, Erde oder Kompost und Samen. Vom fahrenden Rad über Zäune und auf Verkehrsinseln geworfen oder in kleine Ritzen im Asphalt beim Spaziergang unauffällig fallen gelassen, fangen sie bald an zu sprießen.

Rezept Samenbombe:
5 Teile rote Tonerde mit 3 Teilen Erde oder Kompost und einem Teil Samen mischen. Einen Teil Wasser hinzufügen und zu kleinen Kügelchen formen. Ein bis zwei Tage trocknen lassen.

Alte Betonmauern und Brückenpfeiler werden bevorzugt mit Moosgraffiti verschönert. Dabei kann mit verschiedenen Moosen gearbeitet werden um Bilder oder Schriftzüge auf biologische Weise an die Wand zu bringen.

   

      

Rezept Moosgraffiti:
Eine handvoll Moos in den Mixer geben, zwei Tassen Buttermilch oder Joghurt, ein halber Teelöffel Zucker und nach Bedarf Wasser dazugeben und auf niedriger Stufe mixen. Die Konsistenz sollte einem Trinkjoghurt ähneln.
Die Mischung auf feuchte Wände mit einem Pinsel auftragen und von Zeit zu Zeit kontrollieren, dass das Graffito feucht bleibt. Gegebenenfalls mit Wasser besprühen. Schon bald sollte das Graffito anfangen zu wachsen und wurzeln. Neben Wänden kann man die Moosmischung natürlich auch auf jegliche anderen Objekte auftragen.

Weiterführende Links:
www.guerrillagardening.org
http://www.gruenewelle.org/index_de.html
http://www.zeit.de/online/2008/38/guerrila-gardening
http://www.guerillagaertner.com/
http://guerillagardeningmunich.weebly.com/
Richard Reynolds (2010): Gardening: Ein botanisches Manifest. Orange Press.

 

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