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November 2012

Wachstum – Und wenn ja, was?

Aus der Politik ist uns der Begriff des Wachstums geläufig. Wachstums wird dort oft als das endgültige Ziel einer Wirtschaft dargestellt, an das die Schaffung von Arbeitsplätzen, die Bekämpfung von Armut, und wirtschaftliche Stabilität, und beinahe das Lebensglück selbst, direkt geknüpft werden. Warum? Und was ist Wirtschaftswachstum überhaupt?

Mit Wirtschaftswachstum ist meistens ein Ansteigen des Bruttoinlandsprodukts (BIP) gemeint. Das BIP gibt den Wert aller Waren und Dienstleistungen an, die in einem Land und in einem Jahr hergestellt und verkauft werden. Es ist also ein Maß für die Aktivität der Wirtschaft.
Zum Beispiel steigert der Kauf eines neuen Fahrrads das BIP, oder ein Kinobesuch. Kurz gesagt, überall dort, wo Geld fließt, wächst das BIP. So trägt zum BIP etwa auch ein Krieg stark bei, bei dem viele Geld in Rüstung und Militär fließt. Oder eine Naturkatastrophe, die teuere Aufräumarbeiten nach sich zieht.
Was das BIP nicht misst, ist umgekehrt alles, was nichts kostet: Eine ehrenamtliche Arbeit, ein Freundschaftsdienst, das Tauschen und Schenken von Waren und Dienstleistungen. Übrigens auch ein Lächeln :-)

Ursprünglich war das BIP nur dazu gedacht, das Wachstum der Wirtschaft zu messen. Erst mit der Zeit hat sich der Gedanke durchgesetzt, dass Wirtschaftswachstum einen höheren Wohlstand der Gesellschaft bedeutet, ein besseres Leben ihrer Bürger. Ob dieser Gedanke in der Vergangenheit berechtigt gewesen sein mag oder nicht, heute ist er das schwerlich. Das BIP mag in unserer Zeit den Lebensstandard (zumindest einer gewissen Bevölkerungsgruppe) weiter heben, berührt Lebensqualität aber schon lange nicht mehr. Im Gegenteil: Wissenschaftler formulieren die Hypothese eines Schwellwerts des BIP, ab dem ein zusätzliches Wachstum negativ auf die Lebenszufriedenheit der Menschen wirkt. Sie legen Studien vor, die das überschreiten dieses  Schwellwerts bereits auf vor über 30 Jahren datieren.


In den letzten Jahren ist deshalb von vielen Seiten die Forderung nach einer Wachstumsrücknahme (engl. Degrowth) laut geworden, die der Ökonom Ernst Friedrich Schumacher im Titel seines Buches treffend "Small is Beautiful. Die Rückkehr zum menschlichen Maß" beschreibt.

Aber einfach einen Rückgang des BIP zu fordern erscheint in jedem Fall auch nicht so stimmig: Immerhin gibt es viele Waren und Dienstleistungen, deren Produktion und Verkauf wir uns wünschen. Der Grundsatz eines zu reduzierenden BIP würde auch sie negativ treffen.

Von anderer Seite werden daher ganz neue Indikatoren der gesellschaftlichen Wohlfahrt vorgeschlagen: Der Genuine Progress Indicator (echter Fortschrittsindikator) versucht, vom BIP ausgehend nur diejenigen Prozesse zu berücksichtigen, die auch wirklich das Wohlbefinden steigern. Im Land Buthan orientiert sich dagegen schon seit Langem am Bruttonationalglück der Bürger. Es berücksichtigt neben ökonomischen auch soziale, kulturelle und ökologische Werte.
Ähnlich setzt der in Grossbritanien entworfene Happy Planet Index an: Darin wird  die durchschnittliche Lebenserwartung multipliziert mit der Lebenszufriedenheit, und durch den Ökologischen Fußabdruck dividiert. Im Bild sieht man die Länder der Welt, bemessen nach ihrem jeweiligen Happy Planet Index.



In Deutschland wurde 2010 die Enquete-Kommission "Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität" ins Leben gerufen. Sie beschäftigt sich direkt mit der Entwicklung eines Wohlstandsindexes, der das BIP ablöst. Auf europäischer Ebene existiert mit dem Projekt "Beyond GDP" eine ähnliche Initiative.

Wie Lebensqualität und Zufriedenheit (im individuellen, gesellschaftlichen und ökologischen Rahmen) allerdings wirklich zu messen sind, und ob überhaupt, das bleiben schwierige Fragen. Mit einem Schmunzeln denke ich dabei an das Zitat eines Freundes aus Indien:

"Einer der größten Irrwege des Westens ist es, dass sie glauben alles messen und berechnen zu können – und jetzt sogar auch noch das Glück!"
Zum Weiterlesen
Auf der Internetseite von "Beyond GDP" (http://www.beyond-gdp.eu) gibt es unter "Indikatoren" vier lange Listen interessanter Indikatoren, unterteilt in die vier Kategorien "Erweitertes BIP", "Soziale Indikatoren", "Ökologische Indiktoren", "Wohlbefinden".
(Eigentlich sollte die Seite wohl auch auf Deutsch existieren (Sprachwahl rechts oben), das scheint aber gerade nicht zu funktionieren.)
Die Enquete Kommission der Bundesregierung: http://www.bundestag.de/bundestag/gremien/enquete/wachstum/index.jsp
Für eine detalliertere Übersicht und weiterführende Links zu Wirtschaftswachstum sowie den einzelnen Indikatoren ist Wikipedia eine gute Anlaufstelle (http://de.wikipedia.org)

Bildnachweise
http://www.bundjugend.de/files/Wachstum%20ohne%20Ende_web.pdf
http://www.bastiatinstitute.org/2012/07/02/united-states-114th-out-of-143-on-the-happy-planet-index/

 

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