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Erd-Charta Blog

 

„Ein Gewächshaus daraus machen…“

Erd-Charta-Arbeit mit Flüchtlingen

Was ist das für ein Ort, das Asylbewerberheim? An diesem Ort möchte sie Erd-Charta Arbeit machen, hatte Lila Alai-Panahi bereits formuliert, als sie in diesem Frühling an der Erd-Charta MultiplikatorInnen-Ausbildung teilgenommen hat. Bald darauf hat sie mit dem Flüchtlingsberater des Kreises Höxter und dem Stellvertretenden Bürgermeister der Stadt Warburg vereinbaren können, im Asylbewerberheim Dössel am Stadtrand von Warburg eine Kinder-Gruppe aufzubauen, die sich spielerisch mit den Werten der Erd-Charta auseinandersetzt. „Das Asylbewerberheim muss doch kein Ort bleiben, wo Menschen verkümmern und Probleme vergrößert werden. Ich sehe dort viele Möglichkeiten, dass es ein interkulturelles Gewächshaus für den Frieden werden kann.“ formuliert Lila. Gerade angesichts der eskalierenden Gewalt, mit der wir in der aktuellen Weltlage konfrontiert sind, ist sich die persisch-deutsche Künstlerin sicher: „Hier möchte ich anfangen, kleine Modelle für Frieden und Toleranz zu schaffen.“
Seit dem Frühsommer ist Lila an einem Nachmittag die Woche für zwei Stunden im Asylbewerberheim in Dössel. In der Begegnung mit den 10 bis 13 Kindern, die zwischen 5 und 13 Jahre alt sind und aus ganz verschiedenen Ländern kommen, hat sie sich zunächst gefragt, wie sie etwas anbieten kann, dass sie wirklich benötigen. So hat sie mit den Kindern gemeinsam überlegt: „Was wollen wir tun? Und wie wollen wir es tun?“ Dabei wurde der Wunsch der Gruppe bald deutlich: „Wir wollen ein Sommerfest machen!“ Beim Sommerfest am 10. August 2014 war Lila berührt davon zu spüren, „wie die Kinder alles verstanden hatten, wie sehr bei ihnen angekommen ist, an welchen Grundhaltungen wir arbeiten, und wie sie es ihren Eltern weiter geben.“  Selbst ist der Künstlerin neben der Malerei die Theaterarbeit besonders wichtig ist, und so initiierte sie mit den Kindern für das Fest ein kleines Stück, das sie dann aufführten. Hier wurde die Frage „Was wollen wir tun, und WIE wollen wir es tun?“ auf einer anderen Ebene weiter geführt: „Wie kann man die Welt verbessern? Mit Gewalt und Zwang oder mit Liebe und Wärme?“ Durch Musik und gesprochene Sätze wurde dieses Thema von den Kindern auf die Bühne gebracht. Eine Erzieherin, die Lila immer wieder bei ihrer Arbeit begleitet, hat mit ihnen dafür Lieder aus dem Kindermusical „Wir sind die Kinder einer Welt“ eingeübt. Mit dem berührenden Theaterstück, mit Kuchen und Kerzen, feierten die Kinder mit ihren erwachsenen MitbewohnerInnen und erfuhren dabei sehr positive Resonanz von ihnen. „Die Stimmung in der Gemeinschaft hat sich geändert. Es war wie ein Aufatmen: Man kann doch etwas machen! Man muss nicht passiv und depressiv sein.“ beschreibt Lila die sich verändernde Atmosphäre. Auch unter den Kindern ist der Zusammenhalt spürbar gewachsen, und sie wollen wieder zu einem Fest einladen: Ihrem Herbstfest!
Mit ihrem Ansatz der Erd-Charta Arbeit macht Lila bewusst: Menschen, die sehr gelitten haben, können auf der Grundlage dieser Erfahrung ganz verschieden reagieren: „Sie können ihrerseits mit Aggression und Gewalt antworten oder in Schein-Welten flüchten. Oft aber öffnet das Erlebte  ihr spirituelles Potential, so dass sie universelle Liebe und Frieden entdecken und in ihren Beziehungen weitergeben können. Die Menschen im Asylbewerberheim, die täglich mit den Weltproblemen zu tun hatten und haben, machen besonders deutlich, wie dringend eine Veränderung im Sinne der Erd-Charta ist. Der Wandel, den die Erd-Charta formuliert, ist vielschichtig und betrifft alle. Hier im Flüchtlingsheim haben wir eine Weltgemeinschaft in Klein. Viele Flüchtlinge tragen ein enormes Veränderungs-Potential in sich. Wenn sie hierher kommen,  sind sie motiviert. Sie wollen über das Erlebte hinaus wachsen. Die gesetzlichen Beschränkungen führen oft zu Ausgrenzung, Untätigkeit und Passivität. Ich hoffe, dass die Erd-Charta Initiative hilft, diese Diversität und kreative Kraft positiv zu entfalten. Das Dokument bekommt dann ein Gesicht. Natürlich erst, wenn wir unsere Mitmenschen im Lager nicht länger als „Problem“ sondern als Teil der Lösung sehen." führt Lila Alai-Panahi zum Hintergrund ihres Engagements aus.

 

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