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Erd-Charta Blog

 

Impuls Juli 2017

Erklärung wechselseitiger Abhängigkeit

Dies wissen wir

Wir sind die Erde durch die Pflanzen und Tiere, die uns ernähren. Wir sind der Regen und die Ozeane, die durch unsere Adern fließen. Wir sind der Atem der Wälder, des Landes und der Pflanzen des Meeres. Wir sind die menschlichen Tiere, verwandt mit allem anderen Leben als Nachkommen der ersten Zelle.
Wir teilen mit dieser Verwandtschaft eine gemeinsame Geschichte, die in unseren Genen geschrieben steht. Wir teilen eine gemeinsame Gegenwart, gefüllt mit Ungewissheit. Und wir teilen eine gemeinsame Zukunft, die bis jetzt noch nicht erzählt ist.

Wir Menschen sind nur eine von 30 Millionen Arten, die die dünne Schicht des Lebens weben, welche die Welt umhüllt. Die Stabilität der Gemeinschaften von Lebewesen ist von dieser Vielfalt abhängig. Als Teil des Netzwerkes der Gemeinschaften sind wir miteinander verbunden – wir verwenden, reinigen, teilen und erneuern die grundlegenden Elemente des Lebens. Die Stabilität der Gemeinschaften lebender Wesen ist auf ihre Vielfalt angewiesen. Unsere Heimat, der Planet Erde, ist nicht endlos; alles Leben teilt seine Ressourcen und die Energie der Sonne, und daher gibt es Grenzen des Wachstums. Zum ersten Mal nun haben wir diese Grenzen berührt. Wenn wir die Luft, das Wasser, den Boden und die Vielfalt des Lebens vergeuden, dann stehlen wir von der endlosen Zukunft, um der flüchtigen Gegenwart zu dienen. Wir können diese Zusammenhänge verleugnen, aber wir können sie nicht ändern.

Dies glauben wir

Die Menschen sind so zahlreich und unsere Werkzeuge sind so mächtig geworden, dass wir Mitgeschöpfe ausgerottet, große Flüsse gestaut, alte Wälder niedergerissen haben, die Erde, den Regen, den Wind vergiftet und Löcher in den Himmel gerissen haben.
Unsere Wissenschaft hat sowohl Schmerz wie auch Freude gebracht; unser Luxus wurde erkauft mit dem Leid von Millionen.
Wir lernen aus unseren Fehlern, wir trauern um unsere verlorene Mitwelt und schaffen nun eine neue Politik der Hoffnung.
Wir halten reine Luft, sauberes Wasser und unvergifteten Boden für absolut notwendig. Wir erkennen, dass wirtschaftliche Tätigkeiten, die nur wenigen nützen, gleichzeitig aber das Naturerbe vieler vermindern, falsch sind.
Und da die Verwüstung der Umwelt biologisches Kapital für immer zerstört, müssen die gesamten ökologischen und sozialen Kosten in alle Berechnungen des Fortschritts einfließen. Wir sind nur eine flüchtige Generation im langen Lauf der Zeit; es steht und nicht zu, die Zukunft auszuradieren. Da, wo unser Wissen begrenzt ist, werden wir an unsere Nachkommen denken und lieber auf Vorsicht bauen.

Dies beschließen wir

All das, was wir wissen und glauben, muss nun die Grundlage unserer Lebensweise werden. An diesem Wendepunkt unserer Beziehung zur Erde arbeiten wir für eine Umorientierung: von Herrschaft zu Partnerschaft, von Zerstückelung zu Verbindung, von Unsicherheit zur gegenseitigen Abhängigkeit.

von David Suzuki

 

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