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November2013

Bio - Möglichkeiten und Grenzen eines Siegels

 Im Anschluss an eine Diskussion um das Für und Wider von Biolebensmitteln hat mir eine Freundin diesen Artikel Diskussion  weitergeleitet. Darin schildert ein hessischer Schweinebauer seine Erfahrungen mit Biotierhaltung und stellt dabei die Frage, ob diese wirklich im Sinne des Tieres oder des Menschen ist. Ich möchte den Artikel gerne hier vorstellen.

Als ein Kind der „Ökogeneration“ hat die Vision der Aufzucht seiner Tiere nach Biorichtlinien bei dem Bauer, der anonym bleibt, großen Anklang gefunden. Es gilt, die Schweine werden nur noch mit Biofutter gefüttert und leben auf Stroh. Ein paar Wochen nach der Umstellung stellt er erstmals Veränderungen an den Tieren fest: Häufigere Wundinfektionen, Gesäuge-Entzündungen, Lahmheit und Totgeburten. Bei Ferkeln wurden durch Pilzvergiftungen gar die Schwänze und die Ohrspitzen schwarz.

„Bioschweinehaltung hat nichts mit Tierschutz zu tun, sondern mit ideologischen Richtlinien, die ohne Rücksicht auf Verluste durchgesetzt werden.“

Die Analyse eines Schweinespezialisten zeigt zwei Probleme auf: Das Stroh ist voller Schimmelpilzgifte – nicht die Schuld des Bauers, der dieses regelmäßig gewendet, getrocknet und gewechselt hatte. Sondern ist das mit derzeitigen Methoden geerntetes Stroh dafür einfach besonders anfällig.

Weil relativ wenig Biofuttergetreide angebaut wird, das bei der Biotierhaltung vorgeschrieben ist, kann nur das Getreide genutzt werden, das für die Weiterverarbeitung, etwa zu Brot oder Bier, zu minderwertig ist. So minderwertig, dass - trotz richtiger Lagerung - auch in diesem Futter Pilztoxine gefunden werden.

Der Organismus der Schweine ist so dauerhaft Vergiftungen ausgesetzt, und zeigt sich anfälliger gegenüber Parasiten. Die häufigeren Entzündungen müssen mit mehr und mehr Antibiotika bekämpft werden.

„Angesichts der Erfahrungen bezweifle ich, dass Biofleisch gesünder ist.“

Im Austausch mit anderen Bioschweinezüchtern und Schlachthöfen wird dem Bauern klar, dass er kein Einzelfall ist, sondern solche Erfahrungen zur Tagesordnung gehören. 

Inzwischen ist er zum konventionellen Betrieb zurück gekehrt. Statt Stroh gibt es tiergerechte Beton- und Kunststoffböden, satt Biogetreide wieder konventionelles Futter. Heute sind die Tiere zu ihrer anfänglichen Gesundheit und Vitalität zurück-, und das Experiment Bio zum Ende gekommen.

 

 

Was meinen Sie, was ist hier falsch gelaufen? Sind die Richtlinien, die es für das Biosiegel einzuhalten gilt, gute? Was sollte sich verändern, und wer trägt dabei Verantwortung? Kennen Sie ähnliche Fälle bei anderen Bioprodukten? Wenn Sie Biokonsument sind, beeinflussen Geschichten wie diese Ihr Kaufverhalten? Vertrauen Sie persönlich diesem oder anderen Siegeln, oder wem/was vertrauen Sie?


Bildquellen:

 

 

 

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