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Erkundungen am Epochenrand – Wie gelangen wir zu einem anderen Denken und Handeln?

20. April , 11:00 18:00

Erfahrungswerkstatt mit der erdfest-Initiative

Auch in früheren Zeiten haben Menschen ihre Gegenwart als einen »Epochenrand« wahrgenommen. Das Spezifische heute dürfte sein: Der nun erreichte Epochenrand ist in keiner Weise mehr regional eingrenzbar, sondern global und von menschheitsgeschichtlicher Dimension. Die Gattung Mensch gelangt an die biophysischen Belastungsgrenzen des Planeten.

Dabei häufen sich die Anzeichen, dass die von der Wissenschaft prognostizierten Kipppunkte der Erdsysteme noch schneller erreicht werden könnten als ohnehin schon erwartet. Aktuellen Studien zufolge muss eine globale Umkehr derzeit vorherrschender Trends, namentlich in puncto Klima, Artensterben und dem Verlust fruchtbaren Bodens, innerhalb maximal zwanzig Jahren erfolgen. Damit befindet sich die Menschheit in einer beispiellosen Lage – die zu bewältigen schier aussichtslos erscheint.

Wie können wir uns dem zuwenden, ohne in Resignation, Zynismus, Zukunftsangst zu geraten? Wie gelangen wir zu einem angemessenen Denken und Handeln? Wo gibt es Ermutigendes, Inspirierendes, das Kraft spendet für konstruktives, nachhaltiges Handeln? Wie können die Erd-Charta-Bewegung und die erdfest-Initiative mitweben an einer neuen Erzählung, die nährt und ermutigt, ohne Illusionen zu wecken?

Eine Werkstatt geprägt von Ko-Kreativität und Selbstorganisation

Den Auftakt zur Werkstatt bildet ein Impuls aus kulturwissenschaftlicher Sicht (Hildegard Kurt). Von da aus erkunden wir ästhetische – im Sinne von verlebendigende – Praktiken und Prozesse, die helfen, in ein vertieftes Wahrnehmen und Spüren zu finden. Denn ein »Ent-Automatisieren« unseres In-der-Welt-Seins ist unverzichtbar für lebensförderndes Handeln.

Mit Hannah Arendt auf das »tätige Leben« fokussierend, sehen wir die Ganzheitlichkeit von Erd-Charta und erdfest in einer stets neu zu findenden Balance zwischen Vita activa – als im Außen verortetem Handeln – und Vita contemplativa als inneres Tätigsein, als Ringen um Bewusstheit. Im Engagement für die Große Transformation fallen diese Dimensionen des Handelns allzu oft auseinander. Können wir lernen, die Spannung zwischen beidem zu halten, sodass daraus ein Flügelpaar wird, das Kraft und Resilienz verleiht?

Einem Prinzip aus der Permakultur folgend wollen wir uns weitgehend der Selbstorganisation anvertrauen. Wir schauen aus der Kraft geteilter Präsenz heraus, welche Aktivitäten uns jeweils als nächstes stimmig erscheinen. Nicht zuletzt damit erkunden wir, was es braucht, um »Wir-Felder« zu schaffen und zu halten. Wie spannend!

 »Wir-Felder« schaffen – und so Selbstwirksamkeit ermöglichen

Eine Erkenntnis aus dem bisherigen Miteinander von Erd-Charta und erdfest: Das Wort »konkret« geht auf lat. concrescere, »zusammenwachsen, sich verdichten« zurück. Tatsächlich dürfte es nun ganz entscheidend auf ein neues, bewusstes »In-Beziehung-Treten« ankommen. Solange faire, auf Gegenseitigkeit beruhende Beziehungen zwischen Menschen fehlen, können die Beziehungsmuster zwischen Menschen und der lebendigen Mitwelt nicht gesunden.

Wir-Felder zu schaffen ist somit eine neue Qualität konkreten Handelns. Sie entstehen, indem wir bewusst und wertschätzend miteinander in Beziehung treten. Daraus erwachsen – unmittelbar spürbar – Freude, Sinn und Resilienz. Vermutlich liegt darüber hinaus im Kultivieren solcher Wir-Felder eine noch kaum erschlossene Ressource für ein regeneratives Handeln jeweils vor Ort – ein Handeln, das auch ohne technischen und finanziellen Aufwand auskommt.

ZeitWas ?
ab 10:30 UhrOffenes Ankommen + Eröffnung 
11:00 – 12:30 UhrBegrüßung
 – Was motiviert mich, hier zu sein?
Erkundung am Epochenrand – Wie gelangen wir zu einem anderen Denken und Handeln?
Impuls von Dr. Hildegard Kurt, anschließend Austausch
 
13:30 UhrMittagessen + Pause 
ab 13:30 UhrErfahrungspraktiken und -prozesse 
ab 18:00 UhrEnde 

Details

Wann? Samstag, 20. April 2024, 11 Uhr bis 18:00 Uhr
Wo? K-Salon, Bergmannstraße
Wer? Hildegard Kurt und Isabelle Roosen
Kosten: 10-50 Euro (nach soldarischer Selbsteinschätzung**, )

**Wir bieten eine Skala an um allen Menschen unabhängig ihrerer Lebensrealität die Teilnahme an unseren Seminaren zu ermöglichen. Die Spanne ist so groß, da auch die Einkommensspanne zwischen Arm und Reich immer größer wird. Wir vertrauen Dir, nach Deinem Ermessen zu beurteilen, wie Du finanziell aufgestellt bist. Berücksichtigen kannst Du dabei: Deine aktuelle Einkommenssituation (und wer außer Dir darauf angewiesen ist), Dein Vermögen (Immobilien, Altersvorsorge, absehbares Erbe, etc.), dem Einfluss Deiner Gegend auf Deine finanzielle Situation sowie die historische Unterdrückung/Ausbeutung, die Du oder Deine Vorfahren erfahren haben.

Vorstellung Referent*innen

Hildegard Kurt ist promovierte Kulturwissenschaftlerin, Autorin und arbeitet praktisch auf dem Feld des Erweiterten Kunstbegriffs (Beuys). Mit dem Biologen und Philosophen Andreas Weber rief sie 2018 die erdfest-Initiative ins Leben.

Isabelle Roosen beschäftigt sich als Erd-Charta-Bildungsreferentin mit ganzheitlichem Engagement, Interdependenzen und Verbindungskultur. Als Biologin, Umweltwissenschaftlerin und Yogalehrerin findet sie so immer wieder neue Zugänge zu einem gesellschaftlichen Wandel.

Anmeldung

Anmeldung Seminar

K-Salon

Bergmannstraße 54
Berlin, 10961
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