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Konzert-Collage "Konzert für Amazonien - Stimmen-Klänge-Bilder"

Die Erd-Charta-Gruppe Bredelar veranstaltete am 28. April 2013 eine Konzert-Collage im Kloster Bredelar mit der Grupo Sal - ein Bericht von Martin Schreyer

Am Anfang war der Kakao. Mit einer beeindruckenden Kakao-Zeremonie zur Ehre der Pflanze und den Göttern zum Dank eröffnete Prof. Abadio Green die Musik- und Informationsveranstaltung zum Schutz des Regenwaldes im Nordosten Brasiliens am 28. April im Kloster Bredelar. Kakao ist nach dem Schöpfungsmythos seines Volkes der Tule die Pflanze, die die Götter als erstes erschaffen haben und die die Harmonie zwischen Mensch und Natur wiederherstellt – ein Hauptanliegen von Herrn Green, der mit großer Wertschätzung von den Lebensweisheiten der indigenen Völker sprach, die für die nachfolgenden Generationen existentielle Bedeutung haben. Er betreibt moderne westliche Wissenschaft und setzt sich zugleich für den Erhalt der spirituellen Überlieferung der usprünglichen Bevölkerung Amazoniens ein. Derzeit ist er als Lehrer der „Pädagogik der Mutter Erde“ tätig. In Kooperation mit Grupo Sal und dem Agraringenieur und Geschäftsführer des Klimabündnisses Thomas Brose gestaltete er die Tournee durch Deutschland mit dem „Konzert für Amazonien“, um für die Erhaltung der Restbestände des Regenwaldes, für die Rechte der indigenen Völker und bei uns für ein bewusstes und bewahrendes Verhältnis zur „Mutter“ Natur zu werben. Selbst wenn wir einen hochgradig industrialisierten und technisierten Lebensstil pflegen, sind wir doch jede Sekunde davon abhängig, was sie uns gibt. In spiritueller Hinsicht gibt es die Verbindung, dass sie es ist, die uns nach dem Tode wieder auf ihren Arm nimmt.

An eindrücklichen Beispielen zeigte die Veranstaltung, wie nach der Kolonialzeit heute die Konzerne und die ungebremste Nachfrage nach Energie und Rohstoffen in den Industriegesellschaften die natürlichen Lebensgrundlagen nicht nur der indigenen Völker, sondern der gesamten Menschheit gefährden. So verstärkt die explodierende Nachfrage nach Palmöl für die Biokraftstoffe unserer Autos die Konflikte der Regenwaldbewohner um ihr Land. Anstatt Dialog und Konsens sind gewaltsame Vertreibungen oft die einzige Reaktion auf den gewaltlosen Widerstand der brasilianischen Ureinwohner. Da viele Entscheidungen über die Nutzung des Regenwaldes illegal zustandegekommen sind, ist der juristische Beistand mit das wichtigste Mittel. Im Ausland öffentlich auf die Situation aufmerksam zu machen und Druck auf die Verantwortlichen auzuüben ist zudem wichtig, wie der Veranstalter, der Friedens-Konvent Kloster Bredelar auf christlicher Grundlage dafür wirbt, unseren Lebensstil zu überdenken und zu korrigieren, um ökologische und soziale Konflikte, die globale Ausmaße angenommen haben, zu entschärfen.

Die reichen und persönlichen Erzählungen und Informationen waren getragen von der Musik von Grupo Sal und den Live-Projektionen des iranischen Lichtkünstlers Mehrdad Zaeri, die ermöglichten, dass das Gehörte noch nachschwingen und anrühren konnte. Die nicht in Massen anwesenden Besucherinnen und Besucher konnten mit allen Sinnen eine imaginäre Reise durch den faszinierenden Lebensraum des tropischen Regenwaldes erleben. Der würdige Rahmen der ehemaligen Abteikirche des Klosters Bredelar ermöglichte einen nahen Kontakt und eine lebensfrohe und herzliche Begegnung von Menschen unterschiedlicher Kulturen, was für alle eine bereichernde Erfahrung war und für manchen Motivation zum solidarischen Handeln.

Einiges Wissenswerte über den Regenwald wurde geboten: Die Artenvielfalt – wie von westlichen Nutzern lange Zeit irrtümlich vermutet – ist nicht auf Nährstoffreichtum, sondern auf Nährstoffarmut zurückzuführen. Unzählige, hochspezialisierte Arten haben sich in einem dichten Geflecht kleinteiliger Biotope entwickelt. Sobald ein Lebensraum zerstört ist, verschwinden auf ewig unzählige und zum größten Teil wissenschaftlich noch nicht bekannte und erforschte Arten. Der Urwald ist zudem keine unberührte Wildnis, sondern ist schon seit über 10.000 Jahren Teil einer von indigenen Völkern gepflegte Kulturlandschaft. Das wertvolle Wissen der indigenen Völker über die unzähligen Arten, die von Aussterben bedroht sind, sowie über die Kultur, die eine nachhaltige Bewirtschaftung des Regenwaldes ermöglichte, könnte bald für immer verloren gehen.

Text: Martin Schreyer, Fotos: Fabian Bethge

Ankündigung

Die Erd-Charta-Gruppe Bredelar lädt Sie herzlich zu der Konzert-Collage "Konzert für Amazonien" ein.

Erleben Sie mit uns einen unvergesslichen Abend mit leidenschaftlicher Musik,
zauberhaften Bildern, persönlichen Reflexionen und Zeugnissen rund um das
Thema "Regenwald".

Abadio Green spricht über den kulturellen Lebensraum Regenwald, die Lebensweise
seines Volkes der Tule und den Widerstand gegen die wirtschaftliche Ausbeutung.
Zusammen mit Thomas Brose werden Perspektiven und Lösungswege zum Thema Klimagerechtigkeit und Nachhaltigkeit erarbeitet und aufgezeigt.
Der Live- Projetionskünstler Mehrdad Zaeri zaubert wundervolle Bilder und Formen
auf die Leinwand. Die Musiker von Grupo Sal begeistern die Zuschauer mit ihrer
pulsierenden Leichtigkeit.

Hier finden Sie den Flyer zur Konzert-Collage.
Eintritt: 12 €, ermäßigt 8 €

 

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