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Öl oder Leben im Amazonasgebiet von Ecuador – Sarayaku: eine Gemeinde in nachhaltiger Entwicklung

Vortrag mit Film und anschließender Diskussion organisiert von der Erd-Charta Gruppe Bredelar am Di., 25. Juni 2013, 19h bis 21.30h im Kloster Bredelar (Sauerland)

Neue Hoffnung für indigene Völker und den Schutz Amazoniens bringt ein Urteil, das im Sommer letzten Jahres getroffen wurde.

Das „Konzert für Amazonien“ zum Schutz des Regenwaldes und für die Rechte der dort lebenden Menschen, das Ende April im Kloster Bredelar stattfand, zeigte an eindrücklichen Beispielen, wie nach der Kolonialzeit heute die Konzerne und die ungebremste Nachfrage nach Energie und Rohstoffen in den Industriegesellschaften die natürlichen Lebensgrundlagen in Amazonien gefährden. So verstärkt zum Beispiel die explodierende Nachfrage nach Palmöl für die Biokraftstoffe unserer Autos die Konflikte der Regenwaldbewohner um ihr Land. Anstatt Dialog und Konsens sind gewaltsame Vertreibungen oft die einzige Reaktion auf den gewaltlosen Widerstand der Ureinwohner.

In Fortführung zu dieser Konzertlesung lädt der Friedens-Konvent Kloster Bredelar zu einem Vortrag mit Film und anschließender Diskussion am Di., 25. Juni um 19 Uhr ins Begegnungs-und Kulturzentrum Kloster Bredelar, Sauerlandstr. 74a, Marsberg-Bredelar ein. Die Referentin Kerstin Veigt war einige Zeit in Sarayaku und kann aus eigener Anschauung über das Thema berichten „Öl oder Leben im Amazonasgebiet von Ecuador – Sarayaku: eine Gemeinde in nachhaltiger Entwicklung“.

Ecuador erkannte dem Volk der Kichwa von Sarayaku ihr traditionelles Territorium 1992 zwar offiziell zu, aber wenige Jahre danach erteilte die Regierung einer privaten Ölfirma die Konzession, auf Sarayaku-Gebiet nach Erdöl zu suchen. Trotz Protesten drang die Ölgesellschaft in ihr Land und verletzte somit das Recht der indigenen Bevölkerung auf Eigentum sowie auf Nutzung der Ressourcen ihres Gebietes.Nach einem seit 2003 geführten Rechtsstreit hat der Interamerikanische Gerichtshof für Menschenrechte in seinem Urteil vor einem knappen Jahr bestätigt, dass das Recht der Kichwa auf ein unversehrtes Leben verletzt wurde. Für die internationale Öffentlichkeit und alle indigenen Völker ist diese Rechtsprechung ein Präzedenzfall in der Einforderung indigener Rechte gegenüber staatlichen Entscheidungen. Sarayaku ist ein erfreuliches Beispiel dafür, wie auf gewaltfreiem Wege der Bevölkerung gelungen ist, die Bedrohung des Regenwaldes durch Ölförderung abzuwenden und nachhaltige Perspektiven zu öffnen.

Wie das „Konzert für Amazonien“ steht auch diese Veranstaltung am 25.6. im Zusammenhang der weltweiten Initiative der Erd-Charta, die sich als inspirierende Vision für eine zukunftsfähige gerechte, nachhaltige und friedliche Weltgesellschaft versteht. So lautet in der Erd-Charta der Grundsatz 12b: Das Recht indigener Völker auf eigene Spiritualität, Kenntnisse, Ländereien und Ressourcen und ihren damit verbundenen nachhaltigen Lebensunterhalt bestätigen.

Der Eintritt ist frei, um eine Spende wird gebeten. Links: www.oroverde.de und die offizielle Website von Sarayaku auf Kichwa, Spanisch und Englisch www.sarayaku.com

 

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