Kurzvideo zur Erd-Charta

Eine internationale Aktion zum Mitmachen
» mehr Info

» News-Archiv
» Veranstaltungen

 

 

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!

29. Juni 2020: Erd-Charta wird 20 Jahre

Die Erd-Charta feiert Geburtstag – sie ist ein Elefantenbaby. Damit will ich sagen, dass es sich hier um eine mehrjährige Schwangerschaft handelte.

 

 

 

 

 

 

 

 

Was ist geschehen?

„Grenzen des Wachstums“ mit diesem Bericht brachte 1972 der Club of Rome einen Stein in Bewegung – gerollt ist dieser Stein damals noch nicht. Dennoch – es hat etwas berührt. Die evangelische Landjugend in Unterfranken hat einige Jahre später den Arbeitskreis Umwelt ins Leben gerufen – und Dorfwochen mit Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen aufs Programm gesetzt. Ökologische Landwirtschaft als Alternative zu dem, was die bäuerlichen Betriebe mit chemischen Spritz- und Düngemitteln für Wachstumssteigerungen einsetzten um ihre Betriebe am Leben zu erhalten. Fleischkonsum – es gibt genussvolle Alternativen – und auch das warme Duschwasser kann im Sommer von der Sonne mittels Solarzellen erhitzt werden. Mit diesen Themen reisten wir in unserem jugendlichen Leichtsinn von Dekanat zu Dekanat und glaubten doch tatsächlich, dass die Menschen sich über unser Engagement freuen – und mit uns arbeiten würden. Doch weit gefehlt.

Wir schreiben das Jahr 1976 – und die Mehrheitsgesellschaft ignorierte, belächelte oder diffamierte solches Ansinnen.

Und dennoch. Die Erde ist rund – und überall formierten sich Menschen zu Initiativen und Gruppen die sich die Wachstumsgrenzen zu Herzen nahmen, sowohl an der Basis als auch auf höheren gesellschaftlich relevanten Ebenen. 1987 veröffentlichte die Weltkommission der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung ihre Zielvorstellung für eine nachhaltige Entwicklung, die insbesondere die Lebensgrundlagen der Kinder und Kindeskinder sicherstellen. Ebenso der Rat der 13 indigenen Großmütter – auch sie schlugen Alarm und machten sich auf den Weg.

Der „Rat der Erde“ formierte sich und auch das „Internationale Grüne Kreuz“ startete 1995 mit Hilfe der niederländischen Regierung ein weltweiter Dialog über gemeinsame Werte und globale Ethik, an dem sich viele Menschen aus der ganzen Welt beteiligten.

Letztendlich fanden sich namhafte Menschen zusammen, Frauen und Männer, Michail Gorbaschow, Jane Goodall, Dalai Lama, um nur mal drei zu nennen, die aus den Fäden der vielfachen weltweiten Konferenzen ein Netz webten, ein buntes Geflecht, bestehend aus gemeinsam mühsam erarbeiteter Werte – den Textentwurf der Erd-Charta mit folgenden 4 Grundpfeilern:

I.                     Achtung vor dem Leben und Sorge für die Gemeinschaft des Lebens

II.                   Ökologische Ganzheit

III.                 Soziale und wirtschaftliche Gerechtigkeit

IV.                Demokratie, Gewaltfreiheit und Frieden

Im März 2000 wurde die Erd-Charta in ihrer endgültigen Fassung veröffentlicht und am 29. Juni 2000 wurde sie in Den Haag/Niederlande installiert.

Um diese hochrangigen Ziele verwirklichen zu können, braucht es verschiedene Ebenen.

Es braucht eine Struktur – also Kommunen, Landkreise, Länder und Nationen, die diese Ziele in ihren entsprechenden Rahmen verankern und sich somit verpflichten ihre politische Ausrichtung entsprechend der Erd-Charta zu gestalten.

Gleichermaßen braucht es die Nicht-Regierungs-Organisationen, die diese Rahmenbedingungen mit aushandeln. Inzwischen gibt es an die 100 nationale Erd-Charta-Komitees, die die ganzheitliche ethisch-ökologische Betrachtungsweise der Erd-Charta vor Ort ins Gespräch bringen.

Am westlichsten Zipfel der Oberpfalz haben wir beispielsweise mit dem Seminarhaus Deinsdorf ein Erd-Charta Seminarhaus installiert – mit einem kleinen Erd-Charta-Weg auf dem Gelände.

Ebenso bedarf es einer Wachheit von uns Einzelnen. Auch wir als ErdenbürgerInnen sind gefragt, uns mit der nachhaltigen Entwicklung und den Grundlagen der Erd-Charta zu beschäftigen. Da es ja so viele Themen anspricht, schlage ich vor, greif ein Thema heraus, das dich am meisten berührt. Und mach es wie die Elefantenmutter, geh‘ einfach lange damit schwanger – alles Weitere entwickelt sich dann mit den Fragen, die sich Dir auftun.

Es gibt hunderttausend Möglichkeiten für Dich, Dich einzubringen. Dich anzuschließen. Dich zusammenzutun. Beginne einfach mit dem ersten Schritt.

Monika Ott

Erd-Charta-Botschafterin

Seminarhaus Deinsdorf

 

nach oben