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UNESCO-Bildungskonferenz

Vom 31. März bis 3. April 2009 fand in Bonn die Weltkonferenz zur Halbzeit der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ statt. Einige Teilnehmende des Jungen Zukunftsforums "Vision, Values and Action" waren mit Beobachterstatus dabei.


„Das ist ja fast wie bei uns“, stellen die fünf jungen VertreterInnen des Jugendzukunftsforums „Vision, Values und Action“ fest, nachdem sie drei Tage im ehemaligen Bundestag den Teilnehmern der UNESCO-Konferenz zur Halbzeit der „Dekade für Bildung für nachhaltige Entwicklung“ zugucken konnten. Tatsächlich, die stehenden Ovationen zur Annahme der „Bonner Deklaration“ erinnern sehr an die Annahme des eigenen Jugendstatements in Bad Honnef im Januar.

Auf der Konferenz fanden sich 700 TeilnehmerInnen aus der ganzen Welt ein, um ein Résumée der ersten Hälfte der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ zu ziehen und einen Ausblick auf die nächsten fünf Jahre zu geben. Anette Schavan, deren Ministerium für Bildung und Forschung nach Bonn eingeladen hatte, machte in ihrer Eröffnungsrede sofort klar: „Bildung für alle heißt Wohlstand für alle. Weltweit.“ Dabei sollte das Konzept der Nachhaltigkeit substantieller Bestandteil der Bildung sein. Die jungen BeobachterInnen nahmen an ihrer Rede aber vor allem verwundert zur Kenntnis, dass die Bildungsministerin das Ziel der Bundesregierung, 0,51 Prozent des Bruttoinlandsprodukts bis 2010 für Entwicklungshilfe auszugeben, mit großem Stolz betonte.

Während auf dem Jungen Zukunftsforum noch von großen Ideen für die Zukunft gesprochen worden war, sah das auf der Konferenz etwas ernüchternder aus: Welchen Einfluss hat Bildung für nachhaltige Entwicklung, wenn Millionen von Kindern gar keinen Zugang zur Bildung haben? Kartikeya Sarabhai, Mitglied im internationalen Erd-Charta Rat, der die Halbzeitrede der Konferenz hielt, brachte es schließlich auf den Punkt: „Bildung für nachhaltige Entwicklung ist besonders wichtig in den leitenden Funktionen, wo die Menschen die Macht haben, etwas zu verändern.“

In den Berichten aus den einzelnen UNESCO-Regionen wurde schnell klar, dass in der ersten Hälfte der Dekade die Herausforderung vor allem war, erst einmal zu katalogisieren, was in den verschiedenen Ländern überhaupt schon geschieht. Besonders deutlich wurde hier, dass es vor allem in Asien und Afrika noch an Unterstützung durch die Regierungen fehlt, während von NGOs schon viel getan wird. Gerade hier ist dann auch internationale Zusammenarbeit und Unterstützung besonders wichtig.

Da die Gruppe vom Zukunftsforum nicht selber an der Konferenz teilnehmen, sondern nur das Geschehen von den Besucherrängen aus verfolgen konnte, entschied sie sich, einige der Teilnehmenden zu interviewen. Die bunte Mischung aus Ministerinnen, NGO-Mitgliedern und UNESCO-Mitarbeitern äußerte sich sehr positiv über die Konferenz, das Engagement von Jugendlichen wurde für sehr wichtig befunden und die Organisation und Ordnung auf der Konferenz in höchsten Tönen gelobt. Wirklich kritische Einblicke in den Arbeits- und Diskussionsprozess, der zur Bonner Erklärung führte, bekamen die InterviewerInnen leider nicht.

Das ist schade, da das Ergebnis eine sehr gute Erklärung geworden ist, die deutlich die Bereiche aufzeigt, in denen Bildung für nachhaltige Entwicklung relevant ist: Von Kindergärten über Universitäten bis hin zur Alphabetisierung von Erwachsenen. Auch stellen die TeilnehmerInnen konkrete Forderungen an die Regierungen für die zweite Hälfte der Dekade, denn wie Sarabhai deutlich machte: „Es sind nur noch 2000 Tage übrig. Jeder Tag zählt!“ Mit diesem Spruch gingen dann auch die jungen Leute sehr motiviert aus der Konferenz.

Insa Lütge

„Bildung für Nachhaltige Entwicklung beruht auf den Werten der Gerechtigkeit, Fairness, Toleranz, Unabhängigkeit und Verantwortung. Sie fördert die Gleichberechtigung der Geschlechter, gesellschaftlichen Zusammenhalt sowie Armutsbekämpfung, und legt Wert auf Fürsorge, Integrität und Aufrichtigkeit im Sinne der Erd-Charta.“
(Auszug aus der „Bonn Declaration“, der Schlusserklärung der UNESCO-Konferenz)

Offizielle Website der Konferenz (mit "Bonn Declaration")

Erklärung von NGOs im Vorfeld der Konferenz als PDF (229 KB)

 

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